Blog

Werksviertelbrücke München: Wie eine grüne High-Line den Ostbahnhof neu verbinden könnte – Internationale Bauausstellung München (IBA)

Mitten über dem Gleisfeld des Münchner Ostbahnhofs entsteht eine Vision, die Infrastruktur, Klimaanpassung und urbane Lebensqualität neu zusammendenkt: die begrünte Werksviertelbrücke von Roland Böving. Das Konzept für die Internationale Bauausstellung IBA Metropolregion München zeigt eindrucksvoll, wie aus einer reinen Verkehrsverbindung ein neuer öffentlicher Stadtraum werden kann.

Dort, wo heute Bahntrassen das Stadtgebiet zerschneiden, entsteht in der Projektidee eine lebendige Landschaft aus Radwegen, Fußgängerpromenaden, Bäumen, Staudenflächen und lichtdurchfluteten Glaskuppeln. Die Brücke verbindet nicht nur den Ostbahnhof mit dem Werksviertel – sie verbindet ganze Stadtteile miteinander.

Eine Brücke als neuer Stadtraum

Das Konzept zeigt, wie zukünftige Mobilität aussehen könnte: klimafreundlich, multifunktional und menschenorientiert. Der fünf Meter breite Radweg könnte Teil einer neuen Münchner Radschnellverbindung werden und langfristig als „High-Line München“ weitere Stadtteile erschließen.

Damit wäre die Werksviertelbrücke weit mehr als ein lokales Infrastrukturprojekt. Sie könnte zu einem neuen Rückgrat nachhaltiger Mobilität im Münchner Osten werden – sicher, attraktiv und unabhängig vom Autoverkehr.

Gleichzeitig schafft die Brücke eine dringend benötigte Verbindung zwischen Haidhausen, Berg am Laim, Giesing und dem dynamisch wachsenden Werksviertel. Was heute vielerorts als trennender Stadtraum wahrgenommen wird, könnte künftig zu einem verbindenden grünen Korridor werden.

Klimaresilienz trifft urbane Identität

Die intensive Begrünung ist dabei nicht nur gestalterisches Element. Bäume, Stauden und bepflanzte Flächen verbessern das Mikroklima, reduzieren Hitzeinseln und erhöhen die Aufenthaltsqualität in einem stark versiegelten Umfeld.

Das Projekt greift damit zentrale Fragen moderner Stadtentwicklung auf:

  • Wie können Städte klimaresilienter werden?
  • Wie lassen sich Verkehrsflächen doppelt nutzen?
  • Wie entsteht öffentlicher Raum in dicht bebauten Metropolen?
  • Und wie kann Infrastruktur emotional und identitätsstiftend wirken?

Die Werksviertelbrücke liefert darauf eine architektonisch starke Antwort.

Ein Zukunftsbild für München

Gerade im Kontext der IBA Metropolregion München besitzt die Projektidee eine besondere Relevanz. Sie zeigt nicht nur eine einzelne Brücke, sondern eine neue Haltung zum urbanen Raum.

Die Vision erinnert international an Projekte wie die High Line in New York oder den Seoullo Skygarden in Seoul – interpretiert diese Ideen jedoch eigenständig für München: grüner, fließender und stärker mit der bestehenden Mobilitätsinfrastruktur verzahnt.

Die Werksviertelbrücke wäre damit nicht nur ein spektakuläres Bauwerk, sondern ein Symbol für die Transformation urbaner Infrastruktur im 21. Jahrhundert.

Fazit

Mit der begrünten Werksviertelbrücke entsteht die Vision einer Stadt, die Mobilität, Landschaft und Architektur nicht länger trennt, sondern intelligent miteinander verbindet. Über den Gleisen des Ostbahnhofs könnte ein neuer öffentlicher Raum entstehen – ein grünes Band zwischen den Stadtteilen und ein starkes Zeichen für die Zukunft Münchens.

Die Projektidee von Roland Böving zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in mutigen infrastrukturellen Visionen steckt: weniger Barriere, mehr Verbindung – weniger Verkehrsfläche, mehr Stadtleben.

Das ICC „schreit nach einer neuen Nutzung – Tagesspiegel

Der Wirtschaftssenator will das Internationale Congress Centrum neu beleben – mit Ateliers und Club. Auch die Messe kann sich dort wieder Veranstaltungen vorstellen.

Mit 80 Sälen und Räumen, von denen die zwei größten etwa 3000 und 5000 Plätze boten, war das nach Plänen der Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte gestaltete ICC eines der größten Kongresszentren der Welt. Sein Bau kostete mehr als 924 Millionen D-Mark. Bei der Eröffnung im Jahr 1979 galt es als das teuerste Gebäude im damaligen West-Berlin. Neben Kongressen und Tagungen fanden darin viele Konzerte und der Berliner Presseball statt.


In dem Interessenbekundungsverfahren vor drei Jahren hatten mögliche Investoren außerdem ein gigantisches Gewächshaus, Hochhäuser, eine Biosphäre und ein Museum vorgeschlagen.

Messe
https://boeving-concept.com/home/icc-berlin/

Ausstellung zu West-Berliner Architekturikonen: Ideen für Riesenbauten und Energiefresser gesucht – Tagesspiegel

Die Ausstellung „Suddenly Wonderful“ in der Berlinischen Galerie überlegt mögliche Zukünfte für ICC, Bierpinsel, Mäusebunker. Löst jemand diese schwierigen Gestaltungsfragen?

Das fossil beheizte Zeitalter war von einem zutiefst überzeugt: Die Natur ist überwindbar. Wir beherrschen Licht, Luft, Wasser, Erde, können sie ersetzen durch Technik. Wer braucht schon ein Fenster?

Es ist also angemessen, dass gleich zu Beginn der neuesten Ausstellung der Berlinischen Galerie über West-Berliner Riesenbauten der zweiten Nachkriegsmoderne und die Möglichkeiten, sie in eine postfossile Zukunft zu retten, das Modell eines von Frank Oehring kunstvoll gestalteten Beleuchtungskörpers aus dem 1979 eingeweihten ICC hängt – oder ist es nicht eher ein Kunstwerk, das leuchtet? Jedenfalls großartig!


Abreißen ist keine Option

Seit 2014 ist auch das ICC geschlossen, 200.000 Quadratmeter umbaute Fläche – von denen nur etwa 30.000 Quadratmeter direkt für die Kongressnutzung bereitstanden, die aber immense technische Einrichtungen brauchen, damit hinter den fensterlosen Wänden gefangene Räume, Korridore, Foyers und Säle nicht anfangen zu muffen und zu schimmeln. Ein Energiefresser – dessen Abriss aber mit weit mehr als 300 Millionen so teuer ist, dass ein Anders-Denken schon finanzpolitisch notwendig ist.

Roland Böving und Christina Neuner wollen also den gesamten Riesenbau mit einer zarten Netzhaut überspannen, die weit in einen künftigen Park an der Stelle des Autobahndreiecks reicht, ihn in eine eigene Klimazone verwandeln.

Schwacher Siegerentwurf – Die neue Mühlendammbrücke Berlin – Tagesspiegel

Die neue Mühlendammbrücke hätte Berlins historische Mitte beleben können. Doch der Siegerentwurf gaukelt Aufenthaltsqualität nur vor. Ein Kommentar. CHRISTIAN LATZ

Über die Zukunft der Mühlendammbrücke in Berlin-Mitte wurde lange gestritten. Nun liegt der Siegerentwurf für den Neubau vor – und lässt einen ratlos zurück.

Gewiss: Die Treppen hinunter zum Park am Spreeufer auf der Fischerinsel sind zu begrüßen. Auch die direkte Anbindung an die Uferpromenade, die der gemeinsame Entwurf des Berliner Ingenieurbüros Arup Deutschland GmbH und der Architekten von COBE A/S aus Kopenhagen vorsieht, ist ein Gewinn für Fußgänger:innen. Und doch sind die Pläne in vielerlei Hinsicht eine vergebene Chance.

Realisierungs­wettbewerb WH-Arena

Auszug aus der Aufgabenstellung

In Wien soll eine neue Multifunktionsarena errichtet werden. Die derzeit bestehende 60 Jahre alte Wiener Stadthalle ist nicht mehr in vollem Umfang den heutigen und künftigen technischen Anforderungen an große Live-Produktionen gewachsen. Wien zählt für europa- und weltweit agierende Veranstalter zu den attraktivsten Städten. Hier laufen so gut wie alle europäischen Tourneerouten zusammen bzw. überschneiden sich.

Mit einer neuen state-of-the-art Multifunktionsarena soll die österreichische Bundeshauptstadt weiter als Kultur-, Kongress- und Tourismusmetropole gestärkt werden. Die Stadt Wien und ihr Umland selbst haben ein enormes Potential für eine entsprechende Multifunktionsarena. Das Einzugsgebiet liegt bei einem Umkreis von rund 300 Kilometern. Im Großraum Wien leben rund 2,8 Millionen Menschen, im Umkreis von 150 Kilometern sind es 7,5 Millionen Menschen, im Umkreis von 300 Kilometern sind es rund 15 Millionen Menschen.

Linder & Partner Planungsbüro, Julian Breinersdorfer und Roland Böving erreichten in dem internationalen Realisierungswettbewerb mit 48 hochkarätigen Teilnehmern mit Ihrem klimaneutralen Entwurf den 16ten Platz.

Continue reading „Realisierungs­wettbewerb WH-Arena“

KLIMANEUTRALER UMBAU DES ICC BERLINS – AUFBRUCH IN EINE NEUE, KLÜGERE MODERNE – DEUTSCHES ARCHITEKTENBLATT

In Berlin reift eine Vision für die Sanierung und Nachnutzung des Kongresszentrums ICC heran, die im Bieterverfahren 2019 das Finale erreichte. Die Idee von Neuner & Boeving: Der Koloss soll mit einer Klimahülle überspannt und in einen neuen Grünzug über der Stadtautobahn eingebettet werden. Das DAB sprach mit Roland Böving über die Umsetzungschancen.

Continue reading „KLIMANEUTRALER UMBAU DES ICC BERLINS – AUFBRUCH IN EINE NEUE, KLÜGERE MODERNE – DEUTSCHES ARCHITEKTENBLATT“

Trägt das ICC zukünftig eine klimaneutrale Hülle?- Der Tagesspiegel

Die Zukunftsplaner Roland Böving und Christina Neuner haben einen Entwurf für das ICC entwickelt: Eine transparente Hülle könnte als Wärmespeicher dienen. LARS VON TÖRNE

Die Idee ist so spektakulär wie machbar. So sehen es zumindest der Material- & Naturwissenschaftler Roland Böving, der zusammen mit seiner Kollegin, der Architektin Christina Neuner, eine transparente „Klimahülle“ entworfen hat, die das derzeit ungenutzte Internationale Congress Centrum (ICC) in Westend wie ein riesiges Gewächshaus einschließt.

Continue reading „Trägt das ICC zukünftig eine klimaneutrale Hülle?- Der Tagesspiegel“